Projekt Power PC
Vom Gaming-PC zum KI-Kraftwerk: Wie ich mein HomeLab mit 40TB und Ryzen 9 in ein kompaktes Gehäuse gequetscht habe.
Klein, stark, schwarz … nein, nicht ein Espresso, sondern mein neuer Power-PC mit satten 40 TB Speicher im schicken schwarzen Gewand.
Die Vision
Windows 11 hat meinen treuen Eigenbau offiziell in den Vorruhestand geschickt – oder wie ich es nenne: Die Beförderung zum Linux-Rechner.
Es sollte also für Gaming und einige andere Annehmlichkeiten ein neuer PC her.
Natürlich kam für mich kein PC von der Stange in Frage.
Das Anforderungsprofil mutierte bei der Auswahl der einzelnen Komponenten sehr schnell in Richtung Workstation, die nicht nur für Gaming geeignet ist, sondern auch KI mit ausreichend Power und Speicher versorgt.
Das wäre eine gute Grundlage, dachte ich mir, für ein ordentliches HomeLab.
Spoiler: Ich bin kein Profi-Schrauber. Dieser Artikel dokumentiert ein wenig meine Reise durch das Labyrinth aus PCIe-Lanes und Noctua-Lüftern.
Das Hardware-Tableau
| Komponente | Modell | Begründung |
|---|---|---|
| CPU | AMD Ryzen 9 7900X | 12 Kerne für Multithreading |
| GPU | ASUS Prime RTX 5070 Ti OC | KI-Beschleunigung & Raytracing (QHD @ 165Hz) |
| Mainboard | ASUS TUF GAMING B650E-E | PCIe 5.0 Support |
| RAM | 64GB Kingston FURY (CL30) | Hohe Kapazität für Docker & ML |
| Netzteil | Seasonic Vertex PX-1000 | 1000W Platinum-Effizienz mit nativem 12VHPWR |
| Tier | Typ / Modell | Kapazität | Aufgabe im HomeLab |
|---|---|---|---|
| Tier 1 | Samsung 9100 PRO (PCIe 5.0) | 8 TB | OS, Apps & High-Speed Scratchpad |
| Tier 2 | Samsung 990 PRO (PCIe 4.0) | 4 TB | Projekte, Gaming & VM-Speicher |
| Tier 3 | WD Blue SN5000 (PCIe 4.0) | 4 TB | Medienpool |
| Tier 4 | Crucial BX500 (SATA) | 8 TB (2x4 TB) | Schnelles Archiv & lokale Backups |
| Tier 5 | Seagate IronWolf Pro | 40 TB (2x20 TB) | Bulk-Storage & Datensicherheit |
Kühlung & Ergonomie
Noctua NH-D15S für ausreichende Frische der CPU, angereichert mit einem Noctua NF-A12x25 PWM für höchsten statischen Druck. Zusätzlich sind noch weitere 5 Gehäuselüfter von Noctua verbaut für effizientes und leises Kühlen.
HP Omen 27q für QHD-Auflösung mit 165 Hz und einer Xiaomi Light Bar zum Schutz gegen Ermüdung bei langen Sessions.
FiiO K7 BT DAC & Beyerdynamic DT 990 Pro X für kristallklaren Sound beim Coden.
Engineering auf engem Raum / Herausforderung Compact-Gehäuse
Alles im Gewand eines schicken Fractal Design Define 7 Compact - Black.
Das knappe Gehäuse machte die Auswahl einiger Komponenten schon zur Herausforderung.
Da musste ich viel tüfteln, bis ich die richtige Einbaureihenfolge hatte.
Erstmal Mainboard bestücken mit den RAM-Riegeln, den neuartigen SSDs und der CPU.
Das hatte schon was, einen Ryzen 9 im Sockel zu versenken und ihn anschließend für den Lüfter mit Paste zu behandeln.
Das Mainboard habe ich eingesetzt, nachdem ich die im Gehäuse eingebauten Lüfter durch Noctua-Lüfter ersetzt hatte.
Nach dem Einbau des Mainboards kamen die weiteren Festplatten, die beiden SSDs an der Rückseite und die beiden HDDs im Boden dran.

Um die endgültige Verkabelung noch halbwegs vernünftig gestalten zu können, hab ich das Netzteil noch vor dem Einbau mit allen Kabeln verbunden und dann im Schacht druckvoll verschraubt.
Interessant und nicht weniger Tüftelei war ja auch die Geschichte mit den Lanes: Hab ich nun PCIe 5.0 oder hab ich sie nicht? Läuft die Grafikkarte noch mit voller Kraft oder ist die Leistung kastriert? Dementsprechend fiel dann die Auswahl der Komponenten im Zusammenspiel von Mainboard, CPU, Grafikkarte und dem Rest aus.
Für volle Bereitstellung der Übertragungsgeschwindigkeiten kam also nur dieses Board und ein Ryzen in Frage.
Die CPU sollte auch genügend Rechenpower haben, um in Hochgeschwindigkeit Berechnungen durchführen zu können, die einer KI würdig sind und mir damit Machine Learning ermöglichen. Die Grafikkarte musste aus KI-Gründen dann eben von NVidia sein mit entsprechend viel schnellem Speicher.
Apropos kompaktes Gehäuse. Da hatte ich natürlich auch mit den Grafikboliden so meine Schweißperlen auf der Stirn, ob das so funktioniert. Ein 90°-12VHPWR-Kabel war dann auch mein Retter.
Die Akustik
Die Anforderung an den CPU-Kühler war schon sehr speziell. Ich möchte keinen Wasserfall in dem engen Setup, aber leistungsstark und leise soll der Luftkühler auch sein.
Mit der knappen Einbauhöhe wurde ich aber trotzdem fündig: Noctua NH-D15S mit seiner asymmetrischen Bauweise. Ich hab ihm noch einen zweiten Lüfter von Noctua verpasst, etwas kleiner aber ebenso kraftvoll: NF-A12x25 PWM.
Komplettiert wird die ganze Strömungsmechanik durch zwei starke 140er Ansauger vorne und drei etwas kleineren Rausschmeißern im Deckel und oben an der Rückwand.
Damit ergibt sich bei geschickter Wahl der Lüfterkurven ein leichter positiver Druck und lediglich ein angenehmes Säuseln im Normalbetrieb.
Ein HomeLab auf dem Schreibtisch darf eben nicht klingen wie ein startender Jet.
Der Clean-Desk-Hack
Jetzt hab ich ja noch die Besonderheit eines Schreibtisches mit nicht ganz so dicker Glasplatte.
Ich sorge einerseits mit einer Acrylglasplatte für eine gleichmäßige Gewichtsverteilung des PCs mit seinen vier Füßen und zusätzlichen Terrassenpads zwischen Acrylglas und Glasplatte für eine gänzliche Entkopplung der Vibrationen, die im Wesentlichen durch die beiden mechanischen 20-TB-Festplatten herrühren.
Das Setup: Software & OS
Meine Wahl fiel auf Windows 11, da der PC auch für alltägliche Aufgaben und auch Gaming geeignet sein soll
Nach dem ersten Booten sofort die Lüfterkurven einstellen.
Anschließend alle Softwarevoraussetzungen schaffen für Python, Gaming und Co.
Lessons Learned
Ich hab mich in diesem Projekt schon viel mit technischen Details befassen müssen:
Die Lanes und deren Aufteilung.
Das Kabelmanagement und die genaue Planung, was ich mit wieviel Speicher möchte.
Dann war da ja auch noch die Frage, ob die M.2-SSD Kühlkörper brauchen oder nicht.
Es war eine mehrwöchige Planungszeit und eine Bauzeit von mehreren Tagen, bis alles zu meiner Zufriedenheit lief.
Ich kann aber sagen, dass jedes Teil und Detail in meinem Rechner bewusst ausgesucht wurde und am Ende alles passte und funktionierte.
Es hat Spaß gemacht, aber irgendwann reichts dann auch und das Teil soll endlich arbeiten!
Ausblick: Was kommt als Nächstes?
Im nächsten Blogartikel werde ich euch mitnehmen auf das abenteuerliche Einrichten dieses Blogs.